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dem mittelalterlichen Rathaus wurde
um das Jahr 1270 auch die Gerichtslaube errichtet. Die Ausübung der hohen Gerichtsbarkeit symbolisierte städtische Selbständigkeit und bürgerliches Selbstbewusstsein.
Gerichtslaube hatte im Mittelalter eine öffentliche und fast kultische Funktion.
Die hier vollstreckten Strafen waren damals überaus hart und grausam.
Auf kleinste Vergehen stand das Abschneiden der Ohren, das Ausbrechen der Zähne oder das Brennen in die Augen mit glühendem Eisen.
wurden wegen Kuppelei verbrannt und schon der Diebstahl eines Herings genügte
um an den Galgen zu kommen.
wurden am Pranger angekettet und konnten vom gemeinem Pöbel begafft,
beschimpft, bespuckt und getreten werden. So ist nachzulesen, dass anno 1482 ein Mann
infolge zu starker Schläge und Tritte und weil er vergessen wurde abgenommen zu werden,
am Pranger starb.
Chronik hat auch überliefert, dass 1446 ein Dieb, der eine Kneipenkasse gestohlen hatte, mehrere Tage hängend am Galgen zur Schau gestellt wurde. Also aufgepasst, liebe Leute, nicht einfach Kneipenkassen klauen!
Avgustus, dem 10. Tag Anno Domini 1380, wurde durch Ritter Erich Valke von der Lietznitz auf Saarmund, der schon seit längerer Zeit mit Berlin Fehde lag, die Stadt in Brand gesetzt. Nur sechs Häuser in der damaligen Klosterstraße haben den schwersten Stadtbrand in der Berliner Geschichte überstanden, darunter auch die Gerichtslaube.
fahndeten die Häscher nach Ritter Valke, bis er 1390 gestellt und enthauptet wurde. Der Hass auf Valke war in Berlin so groß, dass in der Gerichtslaube sogar noch über seine Leiche Gericht gehalten wurde und das abgeschlagene Haupt während der Tage der Verhandlung am linken oberen Fenster des Gebäudes aufgespießt zu sehen war.
der Rechtspraxis änderte sich auch die Gestalt und Funktion der Gerichtslaube, wobei die typische Architektur im wesentlichen erhalten blieb.
gehört die Gerichtslaube zu den Häusern, die sich getrost als eines der ältesten von Berlin bezeichnen können. |